Am 2. August 2025 sind in der Europäischen Union neue Vorschriften für KI-Systeme wie ChatGPT, Google Gemini und andere sogenannte “General-Purpose AI”-Modelle in Kraft getreten. Diese Regelungen, die Teil des EU-KI-Gesetzes (AI Act) sind, zielen darauf ab, die Transparenz und Sicherheit solcher Systeme zu erhöhen. Anbieter müssen künftig offenlegen, wie ihre Modelle funktionieren, mit welchen Daten sie trainiert wurden und welche Maßnahmen sie ergreifen, um Risiken zu minimieren. Die neuen Vorschriften gelten als Meilenstein in der Regulierung von Künstlicher Intelligenz und sollen sowohl Verbraucher schützen als auch Innovationen in einem sicheren Rahmen fördern.

Ein zentrales Element der neuen Regeln ist die Einführung von “Datensteckbriefen”, die detaillierte Informationen über die Funktionsweise und die Trainingsdaten der KI-Modelle enthalten. Diese Transparenzpflichten sollen es Nutzern ermöglichen, besser zu verstehen, wie die Systeme arbeiten und welche potenziellen Risiken bestehen. Gleichzeitig werden Anbieter verpflichtet, Mechanismen zur Risikobewertung und -minderung zu implementieren. Verstöße gegen die neuen Vorschriften können mit empfindlichen Geldstrafen von bis zu 15 Millionen Euro oder drei Prozent des weltweiten Jahresumsatzes geahndet werden.

Die Umsetzung der neuen Regeln wird von einem neu geschaffenen Europäischen Amt für Künstliche Intelligenz überwacht, das jedoch erst ab 2026 aktiv wird. Bis dahin liegt die Verantwortung für die Einhaltung der Vorschriften bei den nationalen Behörden der EU-Mitgliedsstaaten. Kritiker bemängeln, dass die Regelungen zwar ein wichtiger Schritt seien, jedoch noch viele Details unklar blieben, insbesondere in Bezug auf die praktische Durchsetzung. Befürworter hingegen sehen in den neuen Vorschriften eine notwendige Maßnahme, um die Nutzung von KI-Systemen sicherer und verantwortungsvoller zu gestalten.

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